Geschichte unserer Kirche

 
Die evangelische Kirche in Schriesheim hat viele Veränderungen erlebt.  Sie wurde mehrfach renoviert und hat ihre äußere Gestalt immer wieder verändert.
Hier finden Sie Informationen zur Geschichte und zu den neuesten Veränderungen bei der letzten Kircheninnenraumrenovierung 2013/2014 sowie historische Bilder aus dem letzten Jahrhundert.
 

Die erste Kirche von Schriesheim wurde im Zeitraum nach 1250, angrenzend an den Strahlenberger Hof und an die Stadtmauer, gebaut - ein bestimmtes Jahr der Errichtung ist nicht überliefert. Ebenfalls ist nicht sicher, ob es um 1400 einen Neubau gab oder ob nur Veränderungen und Erweiterungen vorgenommen wurden.
 
Die Kirche war St. Veit, dem Klosterheiligen von Ellwangen, geweiht. Das Kloster Ellwangen hatte das Patronatsrecht inne, d.h. zum einen, das Recht zur Einsetzung des Pfarrers, und zum anderen, die Pflicht zur Unterhaltung der Kirche; dafür stand dem Kloster die Einziehung des Zehnten zu.
 
Vom Kloster Ellwangen gingen diese Rechte und Pflichten auf das Kloster Schönau über. Dies ist der Grund, warum bis heute die ESPS (Evangelische Stiftung Pflege Schönau) bei Renovierungsarbeiten baupflichtig ist.
 
Mit der Einführung der Reformation in der Kurpfalz wurde die Kirche zur reformierten Pfarrkirche. Nach schweren Zerstörungen im 30-jährigen Krieg (1618-1648) und im anschließenden pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) wurde die Kirche immer wieder instandgesetzt.
In der Zeit von 1698 - 1707 wurde die alte Kirche sogar von drei verschiedenen Gruppen genutzt: den Reformierten, den Lutheranern und den Katholiken. Die gemeinsame Nutzung brachte aber viel Streit.
Am Ende wurde die Kirche den Reformierten zugesprochen. Die katholische Gemeinde baute 1711 eine eigene Kirche. Der schlechte Zustand der Kirche war der Grund, warum schließlich die Kirche im Jahre 1748 abgebrochen werden musste.
 

Die Kirche im 18./19. Jahrhundert
Die Kirche vor 1835, noch vor der Querausrichtung. 
In den Jahren 1748 bis 1751 wurde eine neue Kirche reformierter Prägung ohne Chor und Seitenschiffe errichtet.
Ursprünglich war von der Kirchenverwaltung die Ausstattung mit einem Dachreiter vorgesehen.
Weil die Gemeinde aber auf dem Bau eines Turmes bestand, wurde im Osten ein stattlicher Turm errichtet, der zusammen mit seinem Geläut 1835 durch Blitzschlag zerstört wurde. Ein Wiederaufbau misslang. Danach wurde ein neuer Glockenturm (46 m hoch) in seiner heutigen Form gebaut.
 
Im Jahre 1899 wurde die Kirche vom Architekten Behaghel im Westen um einen Chorraum erweitert und erfuhr ihre heutige Längsausrichtung.
 
Es fanden Renovierungen 1925 und 1957 statt. 1924/1925 wurde auch das "Alte Gemeindehaus" errichtet, in dem sich das heutige Begegnungszentrum "mittendrin" befindet.
 
Die Kirche in den 1930ern
 
Innenraum der Kirche in den 1930ern
 
Die Kirche in den 1960ern
 
Inenraum der Kirche um 1957
 

Die Evangelische Kirche in Schriesheim hat eine lange Geschichte. Aus dieser Geschichte resultiert, dass die Evangelische Stiftung Pflege Schönau bei der Innenrenovierung die Baupflicht hat und daher Bauherr war.
  
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Der Sakralraum der evangelischen Kirche in Schriesheim wurde 2013/2014 im Rahmen einer Kircheninnenraumrenovierung durch den Architekten Karim Scharabi von den "netzwerkarchitekten" aus Darmstadt neu gestaltet. Prägend und erkennbar wird dabei das Konzept „Den Himmel in den Raum holen" in der Innenraumgestaltung umgesetzt unter anderem durch eine Verkürzung der Emporen.
 
Der Kirchumbau begann im Sommer 2013 mit dem Ausbau der Orgel. Die Orgel war der eigentliche Anlass, dass bereits vor dem Jahr 2006 über eine Kircheninnenraumrenovierung nachgedacht wurde, weil eine Generalsanierung der Orgel anstand. Viel Zeit verging bis es dann endlich im November 2013 soweit war, dass die Kirche ausgeräumt wurde. Ein besonderes Ereignis, denn die Kirchengemeinde selbst packte mit an und räumte die Kirche an einem Tag leer.
Dieser "Church-Unloading-Day" lässt sich in folgendem Zeitraffervideo noch einmal erleben:
In weiteren zahlreichen Arbeitseinsätzen bis Anfang Dezember werden die Bodenfliesen entfernt, damit der darunter liegende historische Sandsteinboden, der für die weiteren Arbeiten entfernt werden muss, dokumentiert werden kann.
Am 1. Advent 2013 nimmt die Gottesdienstgemeinde noch mal auf besondere Art und Weise Abschied von der Kirche. Das Kiew-Brassensemble ist zu Besuch und spielt nach dem Gottesdienst als Nachspiel in der inzwischen komplett ausgeräumten Kirche ein Musikstück.
In stundenlanger Arbeit wurden die alten Sandsteinplatten und Backsteine von ehrenamtlichen Helfern der Kirchengemeinde aus der Kirche getragen. Diese wurden dann weiter verkauft, um diese wertvollen Steine zu erhalten.
 
Nun verwandelte sich die Kirche in einen Rohbau. Abrissarbeiten beginnen, die Emporen werden verkürzt, Schadstoffe werden entfernt und eine neue Heizung wird verlegt. Nach mehreren Monaten kann mit den Aufbauarbeiten begonnen werden. Der Bodenaufbau beginnt mit einem neuen Estrich, dann folgen Natursandsteine. Für die aufwändigen Maler- und Verputzarbeiten wird in der ganzen Kirche ein Gerüst gestellt. Währenddessen wird die Orgel in der Waldkircher Orgelwerkstatt überarbeitet.
In Herbst 2014 beginnt der Feinschliff in der Kirche. In mühevoller Handarbeit werden die Vergoldungen angebracht. Der Lichterkranz wird angebracht und Schreinerarbeiten abgeschlossen. Die Orgel wird wieder nach und nach wieder zusammengesetzt und findet auf der Empore ihren Platz. Altar, Ambo und Kruzifix-Stele kommen in den Altarraum, wobei gleich die roten Paramente für die Einweihung eingehängt werden.
Am 21.12.2014, am 4. Advent, wird die neue Kirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht.
 
  
 
  
 
Parallel zum Kircheninnenraum wurde auch das angebaute "Alte Gemeindehaus" zum Begegnungszentrum "mittendrin" umgebaut. Beginn der Umbauarbeiten war Ostern 2014 und am 27. März 2015 konnte das "mittendrin" eröffnet werden.
 
  
 
Mit dem Pfarrstellenwechsel im Sommer 2016 wurde auch das "Pfarrhaus in der Kirchstraße" renoviert. 
 
Der Umbau des "Gemeindehaus Kirchstraße" startete im Oktober 2017 und endete im Dezember 2018.
 
  
 

Die Glocke "Glaubet" ist eine der alten Stahlglocken aus der Nachkriegszeit. Sie musste für die Sanierung der Außenanlage weg geräumt werden und fand ihren neuen Platz bei der Familie Dr. Gerhard Merkel.
Vom Herbst 1838 an konnte ein neu gegossenes Geläut von drei Bronzeglocken für fast drei Generationen seinen Dienst an der Gemeinde tun. Im November 1917 mussten die beiden größeren Glocken für Kriegszwecke abgenommen werden, die kleine Glocke blieb als sogenannte Heimatglocke erhalten und wird heute bei besonderen Gottesdiensten von Hand geläutet.
Die Ende des Jahres 1921 ersatzweise neu angeschafften Bronzeglocken ereilte im Februar 1942 das gleiche Schicksal wie ihre Vorgängerinnen. Im Februar 1949 wurden drei Klangstahlglocken eingebaut und im Jahre 1998 anstelle der größten Glocken das Geläut durch drei Bronzeglocken der Gießerei Bachert in Bad Friedrichshall ergänzt.